Sommerwanderung 2007 - von Maubourguet zum Col du Somport auf dem Chemin d'Arles

Text von Adrien et René Grand. Fotos von Erhard Saur, Alexander Schönenberger und Bernard Favre

   
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Freitag, 6. Juli
Ein Teil der Gruppe ist schon am Morgen mit dem Minibus nach Tarbes gefahren. Alle andern empfängt der Präsident Adrien Grand am Abend am Bahnhof Genf-Cornavin. Grosse Aufregung vor der Abfahrt des Nachtzugs: Ein Teilnehmer fehlt. Im letzten Augenblick erscheint Erhard im Liegewagenabteil. Er hatte sich nur die Abfahrtszeit gemerkt. Die Reise kann losgehen.

Samstag, 7. Juli
Ankunft am Morgen in Tarbes. Herzliches Wiedersehen oder gegenseitiges Kennenlernen beim gemeinsamen Frühstück im Hotel. Im Minibus und mit Linienbus geht es nach Maubourguet, dem Endpunkt der Wanderung vor zwei Jahren.
In der romanischen Dorfkirche führt uns René Grand ins Thema unserer täglichen Besinnungen ein: "Jakobspilger, steh auf und geh" (" Pèlerin de Saint-Jacques, lève-toi et marche " ? Titel des Buches von Pierre Genin). Bernard de Senarclens ist der Wanderleiter auf den ersten Etappen.

1. Vor der Kirche von Maubourguet

2. Erste Schritte

Schon am Ortsausgang steht ein Jakobsweg-Schild. Die Landschaft ist hügelig. Im Schatten einer Linde haben Murielle und Bernard Favre, die den Minibus fahren, ein üppiges Picknick vorbereitet. Nach der Mittags-pause gelangen wir nach Anoye, ein stilles Dorf über einem See. Es ist schwül. Wir schätzen darum die Kühle der Jakobskapelle, in der wir darüber nachdenken, was uns zum Pilgern bewegt.

3. Mühsames Durchkommen

4. Santiago : 820 km !

Am Abend sind wir im Städtchen Morlaàs. Wir logieren in einer Turnhalle. Alle finden irgendwo ein Plätzchen, wo sie ihre Luftmatratze aufblasen oder ihre Wäsche zum Trocknen aufhängen können. Die Duschen befinden sich im öffentlichen Schwimmbad. Das Nachtessen in einem nahegelegenen Restaurant bietet Gelegenheit, die Mitglieder der Gruppe näher kennenzulernen.

5. Hortensien

6. Kirche von Morlaàs

Sonntag, 8. Juli
Am Morgen nehmen wir an der Messe in der Stadtkirche teil. Der Pfarrer und die Gemeinde begrüssen uns, und wir singen unser Pilgerlied. Vom Endpunkt der gestrigen Wanderung führt unser Weg durch sattgrünes Land. Feiner Nieselregen begleitet uns. Nach dem Picknick unter dem Dach eines Schulhofs gehen wir mit übergezogener Pelerine über Felder und durch Wälder. Am Abend sind wir wieder in Morlàas. Es regnet, aber die Moral ist blendend. Rosita und Edouard stimmen Opernarien und Tessiner Lieder an. Die Romands und Deutschschweizer singen ihrerseits Volks- und Schunkellieder. Die multikulturelle Schweiz zeigt sich in schönster Weise.


7. Singen verkürzt die Zeit vor dem Essen!

8. Aufbruch in Morlaàs

Montag, 9. Juli
Heute nehmen wir endgültig Abschied von Morlaàs. Der Weg ist eben, das Wetter angenehm. Ein heftiger Regenschauer zwingt uns, überstürzt von unserem Picknick im Wald aufzubrechen. Am Nachmittag erreichen wir Lescar. Der alte Kern des Städtchens, durch eine Mauer geschützt, thront auf einem steilen Hügel. Wir übernachten in der Judo-Halle einer Schule. Der Boden ist - welch ein Komfort - mit japanischen Fussmatten bedeckt.

9. ... im Wald von Bastard

10. Grosse Müdigkeit ...

 

Eine Fremdenführerin taucht uns bei der Besichtigung der Kathedrale ein in die Geschichte und Architektur des Ortes. Mitglieder der lokalen Jakobsvereinigung kredenzen uns in der Herberge den bekannten Jurançon, einen süffigen Wein aus der Region, und köstliche Appetithäppchen.

11. Kathedrale von Lescar

12. Kapitell

 

13. Im Friedhof von Lescar

 

14. Adrien verkostet den Jurançon

  Dienstag, 10. Juli
Die Sonne ist mit uns auf dem Weg nach Oloron Ste-Marie. Wir beginnen die Wanderung mit einer Besinnung in der Kapelle der ehemaligen Abtei La Commande. Die Route führt steil bergauf. Einige geraten arg ins Schnaufen. Ab und an ist ein Halt angesagt. Später treffen wir auf einen Trupp reizender Esel.
In Oloron beziehen wir die Zimmer einer früheren Schule neben der Kathedrale. Ein Regenguss vertreibt die Gruppe, die sich zu einem Bier auf einer Bistro-Terrasse niedergelassen hat. Beim Nachtessen löst der Tischwein Wehmut nach dem Jurançon aus.


 

15. La Commande

16. Picknick

 

17. Oloron-Ste-Marie

18. Andere Ansicht von Oloron-Ste-Marie

 
Mittwoch, 11. Juli
Bevor wir das Städtchen verlassen, halten wir Besinnung in der Heilig-Kreuz-Kirche auf der Anhöhe über Oloron Ste-Marie. Die Waldwege sind vom Regen aufgeweicht. Jeder versucht, so gut es geht, den Pfützen und dem Schlamm auszuweichen. Nach dem Picknick neben einem Thermalbad gesellt sich ein neuer Begleiter zu uns: ein grosser Pyrenäen-Hirtenhund, der uns für seine Herde hält. An der Brücke über den Aspe-Fluss, am Eingang ins Aspe-Tal, übernimmt Bernard Favre die Führung für die restlichen Tage. Wir folgen dem Fluss auf abwechslungsreichem Pfad.
 

19. Oloron, Kirche Ste-Croix

20. Schlammiger Pfad...

 

21. Wir sind wohlbehütet !

22. Weg durch Morast

 

23. Eisenbahnbrücke

24. Pause vor Sarrance

 
In Sarrance empfängt uns der Priester des Orts in den beeindruckenden, hohen Räumen des Klosters, das mitten im Dorf steht. Der Hund hat keinen Zutritt, er scheint indes den Ort zu kennen. Der Pfarrer zeigt uns die Schätze der Kirche und würzt seine Ausführungen mit Humor. Ein Vokalkonzert, das wir sehr geniessen, beschliesst den Tag.
 

25. Jakobstor mit Muschel

26. Sarrance

 

 

27. Pater Joseph Domecq

 

28. Kloster Sarrance

 
Donnerstag, 12. Juli
Wie immer begleitet Rosmarie auf ihrer Flöte unsere Besinnung. An Häusergruppen mit romanischen Kapellen vorbei, die sich an die Hügel schmiegen, gehen wir auf dem Uferpfad weiter ins Tal hinein. Die näher rückenden Pyrenäengipfel lassen es enger werden. An der engsten Stelle verschwindet der Weg; zum Marschieren bleibt nur die asphaltierte Hauptstrasse. Gleitschirme schweben am Himmel. Etappenziel ist Etsaut. Der Hund folgt uns noch immer. Ein letztes Mal wacht er vor der Herberge, in der wir nächtigen. Man hat seinen Besitzer verständigt. Am nächsten Tag wird dieser ihn abholen.
 

29. Pfad am Fluss

30. Nach Lées (Dorf) wird das Tal enger

 

 

31. Holzbrücke

32. Herberge in Etsaut

 

33. Auf Wiedersehen, Balou (wie Murielle den Hirtenhund nannte) !

 
Freitag, 13. Juli
Letzter Wandertag! Wir müssen auf 1640 Meter hinauf. Am stillgelegten Bahnhof von Urdos warten wir auf die ersten Sonnenstrahlen. Wir singen das Magnifikat, um die ersten Sonnenstrahlen zu begrüssen. In Einerkolonne marschieren wir am Rand der stark befahrenen Strasse. Auf einem wunderschönen Bergweg durch Wald und über Blumenwiesen steigen wir in die Höhe. 600 Höhenmeter bleiben noch zu überwinden. Die Gespräche verstummen, zweimal halten wir an. Endlich haben wir den Somport-Pass, Ziel unserer Wanderung, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien erreicht.

 

 

34. Bahnhof von Urdos

35. Singen wir...

 
Die Unterkunft, ein Restaurant mit Lager, liegt auf der spanischen Seite, unmittelbar hinter dem unbedienten Zollhaus. Wir halten Rückschau auf die zurückliegende Woche. Die Bilanz ist positiv. Die Art, wie die Pilgerwanderung durchgeführt wurde, findet einhellige Zustimmung. Die Organisatoren und Impulsgeber werden bedankt und mit Blumen bekränzt. Zum Schluss stossen die 25 Teilnehmenden auf den geschwisterlichen Geist an, der durchwegs unter ihnen geherrscht hat.
 

36. Aufstieg zum Somport

37. Ankunft auf dem Somport

 

38. Erhard am Zoll des Col du Somport

39. Abschlussrunde

 
Samstag, 14. Juli
Grosses Abschiednehmen und Heimreise in die Schweiz auf verschiedenen Wegen: die einen im Minibus, die andern mit Bus und Bahn. Allen herzlichen Dank!

 

40. Somport: Blick nach Spanien

41. Vorbereitung auf die Rückfahrt

 

 

 

 

 

42. Statue König Heinrichs IV. in Pau

 

 

 

- Ende -