Pilgerwanderung 2006 auf dem Jakobsweg: Flüeli-Ranft - Freiburg

Text von Daisy Perrin. Uebersetzung : Otto Dudle. Photos von Daniel Moens, Dominique Haller und François Breitenmoser

   
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Vor zwei Jahren hatte unser Präsident Adrien Grand unsern belgischen Freunden versprochen, sie in die Schweiz einzuladen. Dieses Jahr war es soweit: die gemeinsame Pilgerwanderung führte vom 8.-16. Juli 2006 von Flüeli-Ranft nach Freiburg.

Samstag 08.07.2006: Sachseln - Brünig

Am Bahnhof Sachseln treffen sich 14 Pilgerinnen und Pilger aus Belgien mit 28 angereisten Jakobswegfreunden und -freundinnen aus der Schweiz. Peter Kastlunger dirigiert die Schar in den Bus, der uns nach Flüeli bringt.

Untere und obere Ranftkapelle

Wohnhaus von Bruder Klaus

 

In der untern Ranftkapelle stellt René Grand, der uns diese Woche in seinen täglichen Besinnungen mit verschiedenen Seiten von Bruder Klaus vertraut macht, die faszinierende Gestalt des Familienvaters und Eremiten vor. Der Visionenweg nach Sachseln bietet Gelegenheit, uns in die Gedankenwelt dieses Heiligen hineinzuversetzen, der den Anruf Got-tes radikal ernst nahm, ohne deswegen Frau und Kinder schutzlos zu lassen.
Nach einem Gebet am Grab Nikolaus von Flües in der Pfarrkirche Sachseln wandern wir am Ufer des Sarnersees entlang nach Gis-wil und weiter nach Lungern. Im Naturfreundehaus auf dem Brünig verbringen wir die Nacht.


Am Visionenweg. Blick auf Sachseln --->

Sonntag 09.07.2006: Brünig - Bönigen

Wiederum schönes, heisses Sommerwetter. Der erste Teil der Wanderung verläuft grösstenteils im Wald. In Brienzwiler besuchen wir das Museum Ballenberg, wo sich auf gedrängtem Raum die Schweiz darstellt, wie sie einmal war. Am Jugendstil-Hotel Giessbach vorbei geht es in leichtem Auf und Ab dem Brienzerseeufer entlang nach Iseltwald.
Am Schiffsteg erwartet uns eine Überraschung: Ein Alphornbläser in Sennentracht empfängt uns zu unserem Erstaunen mit den ei-gentümlichen Klängen dieses Instruments. Das Kursschiff bringt uns nach Bönigen, wo wir die Jugendherberge aufsuchen.


Giessbach

Iseltwald

Montag 10.07.2007: Ausflug nach Mürren

Bei Bilderbuchwetter fahren wir mit der Bahn nach Lauterbrunnen und weiter mit dem Postauto nach Isenfluh. Den ganzen Tag vor uns das grandiose Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Mittagshalt am Aussichtspunkt Winteregg. "Wie sind deine Werke schön, o Herr", singen wir unterwegs nach Mürren, von wo wir mit der Seilbahn nach Stechelberg hinunter schweben.
In der katholischen Kirche von Interlaken, unmittelbar neben dem einstigen Kloster gelegen, feiern wir gemeinsam Gottesdienst. Mit der bewegten Geschichte des Klosters macht uns ein Vertreter der Bezirksbehörde vertraut. Beim Apéro im Freien geniessen wir die Abendsonne, bevor uns die Küchenbrigade des Männervereins im Kirchgemeindehaus mit einem köstlichen Mahl verwöhnt, bei dem auch eine Tanzkapelle nicht fehlen darf.

Eiger, Mönch und Jungfrau

Interlaken: ehemaliges Chorherrenstift

 

Dienstag 11.07.2996 : Bönigen - Gwatt

Gegen Mittag steht die Besichtigung der Beatushöhle auf dem Programm. Von Merligen bringt uns das Schiff über den Thunersee nach Einigen. In Gwatt beziehen wir unser nobles Quartier direkt am See. Das Wasser ladet manche zum Bade.


Beatushöhlen --->

 

 

Mittwoch 12.07.2006 : Gwatt - Rüeggisberg

Erste Station ist die stilvoll restaurierte romanische Kirche von Amsoldingen. Mit Blumen geschmückte Bauernhöfe bieten sich überall im Gürbetal als Foto-sujets an. Von der Kirche Wattenwil, der zweiten Station, steigt der Weg nach Burgistein steil an. In der Zivilschutzanlage Rüeggisberg schlagen wir unser spartanisches Nachtlager auf.


 

Amsoldingen --->

 

Donnerstag 13.07.2006 : nach Schwarzenburg

Aussicht auf den Gantrisch. Der Konservator der Stiftung Abegg in Riggisberg führt uns durch die "Schatzkammer" der einzigartigen Sammlung alter Textilien, die das Zürcher Ehepaar Werner und Margaret Abegg im letzten Jahrhundert aus aller Welt zusammengetragen hat.
Rückkehr nach Rüeggisberg, zu den Überresten des früheren Cluniazenser Priorats. Am Schwarzwassergraben findet die "Kom-mando"-Übergabe von François Breitenmoser an Paul Bischofberger statt. Die Turnhalle in Schwarzenburg fügt der Palette der Unterkünfte einen weiteren interessanten Farbtupfer bei.


 

<--- Ruinen des Cluniazenserpriorats Rüeggisberg

Freitag 14.07.2006 : durch den Sensebezirk

Pilgertag. Zuerst ruft uns der reformierte Pfarrer von Schwarzenburg im "Chäppeli" in Erinnerung, welche Gegenstände wir Pilger mitnehmen sollen, wenn wir uns auf den Weg machen, und welche geistigen Eigenschaften oder Tugenden sie symbolisieren. Vor Heitenried wohnen wir der Einsegnung der unserem Pilgerpatron gewidmeten Wegkapelle durch den Dorfpfarrer Th. Sackmann bei.

Jakobus-Bildstock in Heitenried

 

Feierliche Einweihung des neuen Bildstocks

In Tafers zeigt uns Guy von der Weid den Kirchenschatz und erklärt die Legende vom Hühnerwunder, die auf einem Aussenfresko der Jakobskapelle dargestellt ist.

Wegkapelle in Winterlingen

 

Jakobskapelle Tafers

 

Freiburg: Oberstadt mit Kathedrale

Freiburg: Unterstadt mit Galternschlucht

 

Samstag 15.07.2006 : Freiburg

Freiburg - welch wunderschöne Stadt! Wer es bisher noch nicht wusste, findet es bei der vormittäglichen Stadtführung bestätigt. Am Nachmittag erkunden wir die Umgebung: Bürglen mit seiner Marienwallfahrtskirche und das Zisterzienserkloster in Hauterive. Bei einem Gottesdienst in der Kapelle von Posat danken wir Gott für die Gemeinschaft, die wir während der zurückliegenden Woche erleben durften.
François und Joe Weber, der für sämtliche Transportdienste verantwortlich war, haben in Zusammenarbeit mit Paul die Pilgerwanderung hervorragend oranisiert. Bravo und Danke!


 

 

Kreuzgang des Zisterzienserklosters Hauterive

Daisy Perrin macht sich Notizen

 

 

- Ende -